Abteilung
Plastische Chirurgie
Gefährdete Transplantate/Lappen, postoperative Erholung, Strahlenschäden, rekonstruktive Fälle
HBOT-Anwendungen
Gefährdete Hauttransplantate & Lappen
Salvage-Adjuvans bei ischämischen oder venös gestauten Hauttransplantaten und Lappen. Eine frühere Initiierung bei erkannten Perfusionsproblemen ist mit besseren Ergebnissen assoziiert; HBOT verbessert die Sauerstoffversorgung, die Angiogenese, die Fibroblastenaktivität und die Ödemkontrolle.
Protokoll
Druck
2.0 – 2.5 ATA
Dauer
60 – 90 min
Sitzungen
20 – 30
Frequenz
Einmal täglich, 5×/Woche
Evidenzgrundlage: UHMS / Standardtherapie
Schwierige postoperative Wunden
Adjuvante HBOT bei postoperativen Wunden mit verzögerter Heilung, insbesondere in kompromittierten Gewebebetten (strahlengeschädigt, ischämisch oder kontaminiert). Verweist auf die FDA-zugelassene Indikation Problemwunden; der plastisch-chirurgische Kontext betont die frühe Intervention, wenn die operative Revision allein nicht ausreicht.
Protokoll
Druck
2.0 – 2.4 ATA
Dauer
90 min
Sitzungen
20 – 30
Frequenz
Einmal täglich, 5×/Woche
Evidenzgrundlage: UHMS / Standardtherapie
Strahlengeschädigtes Gewebe
HBOT bei Strahlennekrose des Weichgewebes vor oder nach rekonstruktiver Chirurgie. Fördert die Angiogenese in hypoxischem, hypovaskulärem, hypozellulärem Gewebe und verbessert die Ergebnisse rekonstruktiver Eingriffe an strahlengeschädigtem Gewebe.
Protokoll
Druck
2.0 – 2.4 ATA
Dauer
90 min
Sitzungen
30 – 60
Frequenz
Einmal täglich, 5×/Woche
Evidenzgrundlage: UHMS / Standardtherapie
Verbrennungen & nekrotisierende Weichgewebeinfektion
Adjuvante Behandlung schwerer Verbrennungen, nekrotisierender Fasziitis und traumatischer Weichgewebsverletzungen. Reduziert Sterblichkeit und Gewebeverlust in Kombination mit chirurgischem Débridement und Antibiotikatherapie.
Protokoll
Druck
2.0 – 2.5 ATA
Dauer
90 min
Sitzungen
20 – 30
Frequenz
Einmal täglich, 5×/Woche
Evidenzgrundlage: UHMS / Standardtherapie
Ästhetische & Rekonstruktive Erholung
Evidenz vergleichender Ergebnisse in der ästhetischen und rekonstruktiven Erholung. Eine Facelift-Fall–Kontroll-Studie von 2023 (n=20) berichtete über eine durchschnittliche Wundheilung von 13,3 vs. 36,9 Tagen (p<0,001), wenn HBOT innerhalb von 24 h nach der Operation begonnen wurde. Fallserien zu kosmetischen und rekonstruktiven ischämischen Weichgewebewunden berichten einen konsistenten Salvage-Nutzen. HBOT wird als Salvage- und Erholungs-Adjuvans positioniert, nicht als routinemäßiger Verstärker unkomplizierter kosmetischer Chirurgie.
Protokoll
Druck
2.0 – 2.5 ATA
Dauer
60 – 90 min
Sitzungen
5 – 10 (ästhetisch) / 20 – 30 (Transplantat-/Lappen-Rettung)
Frequenz
Einmal täglich; innerhalb von 24 h nach OP bei Rettungsfällen
Evidenzgrundlage: Fall–Kontroll-Studie (Neel et al., 2023) + Übersichten